Firma verkaufen – Der vollständige Leitfaden

Firma verkaufen – Der vollständige Leitfaden

Der Verkauf der eigenen Firma ist für viele Unternehmer einer der größten Schritte im Leben. Oft steckt ein ganzes Berufsleben, viel Herzblut und ein erheblicher Teil des Vermögens im Unternehmen. Gleichzeitig stellen sich viele Fragen: Was ist meine Firma überhaupt wert? Wo finde ich passende Käufer? Wie läuft so ein Firmenverkauf konkret ab – und welche Fehler können mich viel Geld kosten?

Dieser Leitfaden richtet sich an Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen, die ihre Firma innerhalb der nächsten Monate oder Jahre verkaufen möchten – sei es aus Altersgründen, mangels Nachfolger oder weil sich die persönlichen Ziele verändert haben. Sie erhalten einen strukturierten Überblick über den gesamten Prozess: von der Vorbereitung über die Bewertung und Käufersuche bis zu Verhandlung, Vertrag und Übergabe.

Unser Ziel: Ihnen einen realistischen, praxisnahen Fahrplan an die Hand zu geben, mit dem Sie den Verkauf Ihrer Firma planvoll angehen können – und wissen, an welchen Stellen professionelle Unterstützung sinnvoll ist.

Wenn Sie konkret über den Verkauf Ihrer Firma nachdenken, erfahren Sie auf unserer Seite zum Firmenverkauf, wie wir Sie dabei persönlich begleiten.


Was bedeutet es, eine Firma zu verkaufen? (Grundlagen)

Ein Firmenverkauf ist mehr als nur die Unterschrift unter einem Vertrag. Es handelt sich um einen strukturierten Prozess, bei dem Eigentum, Verantwortung und oft auch Mitarbeiter in neue Hände übergehen. Damit das gelingt, müssen wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche und emotionale Aspekte zusammengebracht werden.

Verkauf, Nachfolge, Teilverkauf – was steckt dahinter?

Viele Unternehmer sprechen vom „Firmenverkauf“, andere von „Unternehmensnachfolge“. Im Kern geht es um dasselbe: Anteile oder Vermögenswerte der Firma wechseln den Eigentümer. Typische Varianten sind:

Vollständiger Verkauf

Sie verkaufen 100 % der Anteile bzw. des Geschäftsbetriebs und scheiden perspektivisch vollständig aus.

Teilverkauf / Beteiligung

Ein Investor steigt mit einer Minderheits- oder Mehrheitsbeteiligung ein. Sie bleiben zunächst an Bord und bauen das Unternehmen gemeinsam weiter aus.

Nachfolge im Management (MBO/MBI)

Management-Buy-out (MBO): Führungskräfte aus dem eigenen Unternehmen übernehmen.

Management-Buy-in (MBI): Externe Manager kaufen sich ein und übernehmen die Führung.

Familieninterne Nachfolge

Die Firma geht an Kinder oder andere Familienmitglieder über. Häufig wird auch hier ein Kaufpreis vereinbart, u. a. aus steuerlichen Gründen.

Welche Variante sinnvoll ist, hängt von Ihren persönlichen Zielen, der wirtschaftlichen Situation und der Struktur Ihres Unternehmens ab.

Asset Deal vs. Share Deal – zwei rechtliche Grundrichtungen

Aus juristischer und steuerlicher Sicht wird häufig zwischen zwei Grundformen unterschieden:

Share Deal

Hier werden Anteile an einer Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH-Anteile) verkauft. Die Firma bleibt als Rechtsträger bestehen, der Käufer übernimmt die Gesellschaft mit allen Rechten und Pflichten.

Asset Deal

Hier werden einzelne Vermögenswerte (z. B. Maschinen, Kundenstamm, Vorräte, Verträge) übertragen. Rechtlich ist das komplexer, hat aber bestimmte steuerliche und haftungsrechtliche Vorteile oder Nachteile – je nach Einzelfall.

Welche Struktur im Ergebnis sinnvoll ist, wird meist gemeinsam mit Steuerberater, Rechtsanwalt und ggf. M&A-Berater entschieden.


Vorbereitung: Was Sie vor dem Firmenverkauf klären müssen

Eine gute Vorbereitung entscheidet oft darüber, ob der Firmenverkauf geordnet, zu einem fairen Preis und ohne größere Überraschungen gelingt – oder ob er zäh, nervenaufreibend und enttäuschend wird.

Persönliche Ziele und Rahmenbedingungen

Bevor Zahlen und Verträge im Vordergrund stehen, sollten Sie Ihre eigenen Ziele klären:

Warum möchten Sie Ihre Firma verkaufen?

Ruhestand, gesundheitliche Gründe, fehlender Nachfolger, strategische Neuausrichtung?

Welche Rolle möchten Sie danach spielen?

Sofortiger Ausstieg, Übergangsphase von 6–24 Monaten, Beraterrolle?

Welche finanziellen Erwartungen haben Sie?

Mindestkaufpreis? Einmalzahlung oder Raten / Earn-out? Absicherung der privaten Lebensplanung?

Diese Fragen helfen, Angebote später richtig einzuordnen und sich nicht in Verhandlungen „verzetteln“ zu lassen.

Zeitplan und realistische Dauer

Viele Unternehmer unterschätzen die Dauer eines Firmenverkaufs. Vom ersten strukturierten Schritt bis zur endgültigen Übergabe vergehen häufig 9 bis 18 Monate, manchmal mehr. Die Dauer hängt ab von:

  • Branche und Attraktivität des Geschäftsmodells
  • Ertragslage und Stabilität der Zahlen
  • Anzahl potenzieller Käufer
  • Komplexität der Transaktion

Wichtig ist, ausreichend Zeit einzuplanen und nicht erst zu starten, wenn bereits Druck auf dem Kessel ist (z. B. gesundheitliche Probleme oder drohender Umsatzrückgang).

Unterlagen und Transparenz

Früher oder später wird ein ernsthafter Käufer detaillierte Unterlagen sehen wollen. Je besser Sie vorbereitet sind, desto professioneller wirkt der Prozess und desto leichter lassen sich Bedenken ausräumen. Typischerweise zählen dazu:

  • Jahresabschlüsse / BWA der letzten 3–5 Jahre
  • Planungen / Budgets für die nächsten 1–3 Jahre
  • Übersicht über Kundenstruktur und wesentliche Verträge
  • Informationen zu Mitarbeitern, Organisation und Schlüsselpersonen
  • Übersicht über Maschinen, Anlagen, Lizenzen und Rechte
  • Gesellschaftsverträge, Gesellschafterliste, relevante Vereinbarungen

Sie müssen zu Beginn nicht alles offenlegen, aber Sie sollten wissen, was Sie im Verlauf liefern können.

Team & Vertraulichkeit

Im Hintergrund sollten Sie früh klären:

  • Wer gehört zu Ihrem „Kernteam“ (Steuerberater, Rechtsanwalt, M&A-Berater)?
  • Wem im Unternehmen erzählen Sie wann vom Verkaufsprozess?
  • Wie stellen Sie sicher, dass Mitarbeiter, Kunden und Wettbewerber nicht zu früh von den Plänen erfahren?

Ein gutes Konzept für Vertraulichkeit (z. B. anonymisierte Käufersuche, NDA, gestufte Informationsweitergabe) ist elementar, um Unruhe im Markt zu vermeiden. Welche Rollen Steuerberater und M&A-Berater im Verkaufsprozess konkret übernehmen, zeigen wir im Beitrag „Firma verkaufen: Mit Steuerberater und M&A-Berater zum erfolgreichen Unternehmensverkauf“.


Unternehmensbewertung – was ist meine Firma wert?

Eine der ersten Fragen lautet fast immer: „Was ist meine Firma wert?“ Eine eindeutige Antwort gibt es selten – es geht um eine Bandbreite, die sich an Ertragskraft, Risiko, Zukunftschancen und Marktumfeld orientiert. Ausführlich erklären wir das in unserem Beitrag „Unternehmensbewertung – So ermitteln Sie den Verkaufswert Ihrer Firma“.

Ertragskraft als Ausgangspunkt

Im Mittelstand wird die Bewertung häufig von der nachhaltigen Ertragskraft abgeleitet. Typisch sind z. B.:

  • nachhaltig erzielbarer Jahresgewinn
  • bereinigtes EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen)
  • Free Cashflow

Auf diese Kennzahlen werden branchenübliche Multiplikatoren angewendet. Der so entstehende Wert ist allerdings nur ein Startpunkt, keine in Stein gemeißelte Zahl.

Werttreiber und Risikofaktoren

Zwei Unternehmen mit identischem Gewinn können sehr unterschiedliche Werte haben, wenn sie sich in folgenden Punkten unterscheiden:

  • Kundenstruktur
    Viele stabile Kunden vs. starke Abhängigkeit von 1–2 Großkunden
  • Geschäftsmodell & Wettbewerbsvorteil
    Wiederkehrende Umsätze, starke Marke, eigene IP vs. austauschbares Produkt
  • Team & Organisation
    Unabhängige, eingespielte Organisation vs. starke Abhängigkeit vom Inhaber
  • Branche und Marktaussichten
    Wachstumsmarkt vs. strukturell rückläufige Branche

Positive Faktoren erhöhen die Bereitschaft von Käufern, einen höheren Multiplikator zu zahlen – negative Faktoren senken ihn.

Markt, Branche und aktuelle Deal-Praxis

Neben den Unternehmensfaktoren spielt auch der Markt eine Rolle:

  • Wie hoch ist das Interesse an Unternehmen Ihrer Art?
  • Gibt es strategische Käufer, die mit einem Zukauf Synergien heben können?
  • Wie sehen aktuelle Transaktionen und Multiplikatoren in Ihrer Branche aus?

Eine seriöse Bewertung betrachtet daher immer Unternehmen, Branche und Käuferseite gemeinsam – und leitet daraus eine realistische Wertspanne ab, keine Wunschzahl.

Wenn Sie eine erste Einschätzung möchten, können Sie hier eine Unternehmensbewertung anfragen.


Käufer für Ihre Firma finden – diese Optionen haben Sie

Die Wahl des passenden Käufers ist mindestens so wichtig wie der Kaufpreis. Wer Ihr Unternehmen übernimmt, bestimmt die Zukunft Ihrer Mitarbeiter, Kunden und der Marke – und beeinflusst, wie reibungslos Übergabe und Integration verlaufen. Konkrete Vorgehensweisen zur Käufersuche finden Sie in unserem Beitrag „Unternehmen verkaufen mit Strategie“.

Strategische Käufer

Strategische Käufer sind meist Unternehmen aus derselben oder angrenzenden Branche, die durch den Kauf:

  • Marktanteile gewinnen
  • Zugang zu neuen Regionen oder Kunden erhalten
  • ihr Produkt- oder Leistungsportfolio erweitern
  • Synergien in Einkauf, Produktion, Vertrieb oder Verwaltung heben wollen

Vorteile:

  • oft hohe Zahlungsbereitschaft durch Synergien
  • schneller Zugang zu bestehenden Strukturen und Ressourcen

Mögliche Nachteile:

  • Integration kann zu Veränderungen für Mitarbeiter führen
  • Kunden sehen mitunter einen „Verlust der Unabhängigkeit“

Finanzinvestoren / Beteiligungsgesellschaften

Finanzinvestoren (z. B. Family Offices, Beteiligungsgesellschaften, Private-Equity-Investoren im Mittelstandssegment) suchen in der Regel:

  • profitable, stabile Unternehmen
  • mit Entwicklungspotenzial
  • klarer Strategie für Wachstum oder Professionalisierung

Vorteile:

  • Käufer bringen häufig Kapital und Know-how mit
  • Inhaber kann schrittweise aussteigen (z. B. Teilverkauf und späterer Vollverkauf)

Mögliche Nachteile:

  • stärkere Kennzahlenorientierung
  • gewisse Reporting- und Governance-Anforderungen

Management-Buy-out (MBO) oder Management-Buy-in (MBI)

  • MBO: Das bestehende Management oder Schlüsselmitarbeiter übernehmen das Unternehmen.
  • MBI: Externe Manager kaufen sich ein und übernehmen die Führung.

Vorteile:

  • hohe Kontinuität im operativen Geschäft, besonders bei MBO
  • oft gute Akzeptanz bei Mitarbeitern und Kunden

Herausforderung:

  • Finanzierung kann komplex sein (Banken, Investoren, Verkäuferdarlehen etc.)

Familieninterne Nachfolge

Bei Übergabe innerhalb der Familie stehen neben wirtschaftlichen Aspekten vor allem emotionale und steuerliche Fragen im Vordergrund. Häufig muss ein fairer Ausgleich zwischen mehreren Kindern oder Erben gefunden werden.

Wichtig ist hier eine frühzeitige, offene Planung, um spätere Konflikte zu vermeiden.

Worauf Sie achten müssen, wenn Sie ohne Makler verkaufen möchten, erklären wir im Artikel „Unternehmensverkauf ohne Makler – Chancen & Risiken“


Ablauf des Firmenverkaufs – Schritt für Schritt

Der Verkauf einer Firma verläuft typischerweise in mehreren Phasen. Der genaue Ablauf hängt von Unternehmensgröße, Branche und Käuferkreis ab, folgt aber oft einem ähnlichen Muster.

1. Vorbereitung und Strategie

  • Klärung von Zielen, Zeitplan und persönlicher Rolle
  • Grobe Einschätzung des Unternehmenswertes
  • Festlegung der bevorzugten Käufergruppen (strategisch, Finanzinvestor, Management, Familie)
  • Entscheidung, ob der Prozess mit einem M&A-Berater begleitet werden soll

2. Aufbereitung der Unterlagen

  • Zusammenstellung der finanziellen Unterlagen (Jahresabschlüsse, BWA, Planungen)
  • Aufbereitung von Informationen zu Produkten, Kunden, Prozessen, Mitarbeitern
  • Identifikation von Risiken und offenen Punkten, die vor dem Verkauf bereinigt werden sollten
  • Erstellung eines anonymisierten Teasers und eines ausführlicheren Informationsmemorandums (Info-Memo) für ernsthafte Interessenten

3. Käufersuche und erste Gespräche

  • Identifikation potenzieller Käufer (Markt-Recherche, Netzwerk, M&A-Berater)
  • Diskrete Ansprache – häufig zunächst anonym mit Teaser
  • Unterzeichnung von Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDA) vor Austausch sensibler Informationen
  • Erste Gespräche, um grundsätzliches Interesse und Passung abzuklären

4. Indikative Angebote und Auswahl eines Favoriten

  • Interessenten geben auf Basis der ersten Informationen eine indikative Kaufpreisbandbreite ab
  • Sie vergleichen Preisvorstellungen, strategische Vorstellungen und persönliches Bauchgefühl
  • Auswahl eines oder weniger Favoriten, mit denen der Prozess vertieft wird
  • ggf. Vereinbarung eines Letter of Intent (LOI) mit den Grundkonditionen der Transaktion

5. Due Diligence

  • Der bevorzugte Käufer prüft das Unternehmen detailliert („Due Diligence“)
    • Finanzen
    • Steuern
    • Recht
    • ggf. Technik/IT, Umwelt etc.
  • Ziel ist, Risiken und offene Punkte zu identifizieren und das Bild aus den Vorgesprächen zu bestätigen.

Wichtig: Eine saubere Vorbereitung reduziert Rückfragen, Verzögerungen und „Nachverhandlungen“ beim Kaufpreis.

6. Vertragsverhandlung und Strukturierung

  • Ausarbeitung des Kaufvertrags (Share Deal oder Asset Deal)
  • Regelungen zu Kaufpreis, Zahlungsmodalitäten, Garantien, Haftung und Übergang
  • ggf. Vereinbarung von Earn-out-Komponenten oder Verkäuferdarlehen
  • Abstimmung zwischen Käufer- und Verkäuferseite, meist begleitet durch Anwälte und Berater

7. Signing, Closing und Übergabe

  • Signing: Unterzeichnung des Kaufvertrags
  • Closing: Erfüllung der Bedingungen und Übergang der Anteile / Assets (z. B. Zahlung, Genehmigungen, Zustimmung von Banken oder Vermietern)
  • Übergabe: Einarbeitung des Käufers, Information von Mitarbeitern und wichtigen Kunden, Übergang der operativen Verantwortung

Je besser dieser Prozess vorbereitet ist und je klarer die Rollen aller Beteiligten sind, desto reibungsloser verläuft der Firmenverkauf. Eine detaillierte Übersicht über alle Phasen finden Sie in unserem Beitrag „Firma verkaufen – Ablauf & Optionen für Unternehmer“


Steuern beim Firmenverkauf – Überblick für Unternehmer

Die steuerlichen Auswirkungen eines Firmenverkaufs können erheblich sein. Sie hängen u. a. ab von:

  • Rechtsform (z. B. Einzelunternehmen, Personengesellschaft, GmbH)
  • Art der Transaktion (Asset Deal vs. Share Deal)
  • Höhe des Veräußerungsgewinns
  • persönlicher Situation des Inhabers (Alter, weitere Einkünfte, Familienplanung)

Wichtiger Hinweis: Die folgenden Informationen ersetzen keine individuelle steuerliche Beratung, sie geben nur einen ersten Überblick. Einen ausführlichen Überblick bietet unser Beitrag „Steuern beim Firmenverkauf – Was Sie beachten müssen“.

Rechtsform und Besteuerung

  • Beim Verkauf eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft wird der Veräußerungsgewinn in der Regel auf Ebene des Inhabers besteuert.
  • Beim Verkauf von GmbH-Anteilen (Share Deal) fällt die Steuerbelastung anders aus, insbesondere wenn die Anteile im Privatvermögen oder im Betriebsvermögen gehalten werden.

Je nach Konstellation können bestimmte Freibeträge, ermäßigte Steuersätze oder Gestaltungsmöglichkeiten bestehen – insbesondere bei Verkäufen aus Altersgründen.

Gestaltungsspielräume frühzeitig nutzen

Steuerliche Gestaltung funktioniert nur, wenn sie früh genug bedacht wird. Beispiele:

  • Strukturierung von Kaufpreisbestandteilen (Einmalzahlung vs. Raten/Earn-out)
  • Zeitpunkt des Verkaufs (z. B. nach Abschluss eines besonders guten oder eher normalen Geschäftsjahres)
  • Beteiligungsstrukturen (Holding etc.) vor der Transaktion

Deshalb sollte die steuerliche Planung integraler Bestandteil des Verkaufsprozesses sein – nicht nur eine „Pflichtaufgabe“ kurz vor Vertragsunterzeichnung. Wie Aufgabegewinne steuerlich behandelt werden, erklären wir im Beitrag „Wann ist ein Aufgabegewinn zu versteuern?“.


Häufige Fehler beim Firmenverkauf und wie Sie sie vermeiden

Viele Probleme im Firmenverkauf wiederholen sich. Wenn Sie typische Fehler kennen, können Sie ihnen gezielt vorbeugen.

1. Zu spät mit der Vorbereitung beginnen

Wer erst mit der Planung startet, wenn der Gesundheitsdruck steigt oder die Zahlen bereits rückläufig sind, verkauft oft unter Zeitdruck – und damit mit schlechterer Verhandlungsposition.
Besser: Frühzeitig (2–5 Jahre im Voraus) nachdenken, vorbereiten und Optionen prüfen.

2. Unrealistische Kaufpreiserwartungen

Es ist verständlich, dass man die eigene Firma „mit dem Herzen“ bewertet. Der Markt orientiert sich aber an Ertragskraft, Risiken und Alternativen.
Besser: Eine seriöse Bewertung als Orientierung nutzen und bereit sein, Angebote mit nüchternem Blick zu prüfen.

3. Alles allein machen wollen

Ein Firmenverkauf ist komplex. Wer alles parallel zum Tagesgeschäft allein stemmen will, riskiert Fehler und Burnout – und oft leidet das operative Geschäft genau in einer Phase, in der stabile Zahlen wichtig sind.
Besser: Ein Team aus Steuerberater, Rechtsanwalt und bei Bedarf M&A-Berater aufbauen.

4. Vertraulichkeit unterschätzen

Wenn Mitarbeiter oder Kunden zu früh von Verkaufsplänen erfahren, kann das zu Verunsicherung, Abwanderung oder geschwächtem Verhandlungsspielraum führen.
Besser: Klare Vertraulichkeitsstrategie, NDAs, gestufte Informationsweitergabe.

5. Nur auf den Preis schauen

Der höchste Kaufpreis ist nicht automatisch das beste Angebot. Entscheidend sind auch:

  • Finanzierungsstruktur
  • Bedingungen (Earn-out, Garantien, Haftungsregelungen)
  • Pläne des Käufers für Unternehmen und Mitarbeiter

Besser: Gesamtpaket bewerten – wirtschaftlich, rechtlich und persönlich.

6. Wichtige Themen „unter den Teppich“ kehren

Offene Rechtsstreitigkeiten, Abhängigkeiten oder Probleme lassen sich im Due-Diligence-Prozess selten verbergen.
Besser: Probleme früh identifizieren, Lösungen erarbeiten und offen adressieren – das schafft Vertrauen und verhindert eskalierende Nachverhandlungen.


Checkliste: Firma verkaufen

Die folgende Checkliste gibt Ihnen einen schnellen Überblick, welche Punkte Sie im Blick behalten sollten:

  • Ziele & Rahmen
    • Persönliche Ziele formuliert (Zeitpunkt, Rolle, finanzielle Ziele)?
    • Familien- und Gesellschafterinteressen abgestimmt?
  • Vorbereitung
    • Jahresabschlüsse und BWA der letzten Jahre aufbereitet?
    • Planung / Budget für die nächsten 1–3 Jahre vorhanden?
    • Wichtige Verträge und Unterlagen geordnet (Mietverträge, Lieferanten, Kunden, Lizenzen)?
  • Strategie
    • Gewünschte Käufergruppen definiert (strategische Käufer, Finanzinvestoren, Management, Familie)?
    • Überlegt, ob ein Vollverkauf oder Teilverkauf sinnvoll ist?
  • Bewertung
    • Erste, realistische Einschätzung des Unternehmenswertes eingeholt?
    • Werttreiber und Risikofaktoren identifiziert?
  • Prozess & Team
    • Steuerberater eingebunden?
    • Rechtsanwalt mit Transaktionserfahrung an der Seite?
    • Überlegt, ob ein M&A-Berater hinzugezogen wird? (Wie ein M&A-Berater Sie durch den gesamten Prozess begleitet, erläutern wir im Beitrag M&A-Berater.)
    • Konzept für Vertraulichkeit und Kommunikation erstellt?
  • Käufersuche
    • Potenzielle Käufer recherchiert oder Listen aufgebaut?
    • Teaser und Informationsmemorandum vorbereitet?
  • Verhandlung & Abschluss
    • Klarheit über Mindestanforderungen an Kaufpreis und Bedingungen?
    • Steuerthemen mit dem Berater besprochen?
    • Plan für die Zeit nach dem Verkauf (Übergangsphase, neue Lebensplanung)?

Diese Checkliste ersetzt keine individuelle Beratung – sie hilft Ihnen aber, den Überblick zu behalten und den nächsten sinnvollen Schritt zu setzen. Eine ausführliche Übersicht aller Schritte finden Sie in unserer Firma verkaufen Checkliste.


FAQ: Häufige Fragen zum Firmenverkauf

Wie lange dauert es, eine Firma zu verkaufen?

Die Dauer hängt stark von Branche, Unternehmensgröße und Käuferkreis ab. Für viele mittelständische Unternehmen liegt die Spanne zwischen 9 und 18 Monaten – vom ersten strukturierten Schritt bis zur finalen Übergabe. In Einzelfällen kann es schneller gehen, bei komplexen Transaktionen oder schwieriger Marktlage aber auch deutlich länger. Entscheidend ist, dass Sie genügend Zeit einplanen und den Prozess nicht unter Zeitdruck starten.

Was ist der erste Schritt, wenn ich meine Firma verkaufen möchte?

Der erste Schritt ist immer eine Bestandsaufnahme: persönliche Ziele klären, grob einschätzen, wie verkaufsfähig das Unternehmen ist, und überlegen, welche Käufergruppen in Frage kommen. Danach lohnt es sich, mit einem Steuerberater und ggf. einem erfahrenen M&A-Berater zu sprechen, um eine sinnvolle Strategie und einen realistischen Zeitplan zu entwickeln.

Wie finde ich passende Käufer für meine Firma?

Passende Käufer lassen sich auf mehreren Wegen finden: über das eigene Netzwerk, über branchenspezifische Kontakte, über Beteiligungsgesellschaften oder über spezialisierte M&A-Berater, die aktiv potenzielle Interessenten ansprechen. Wichtig ist, dass die Ansprache strukturiert und vertraulich erfolgt – zunächst meist anonymisiert, später mit detaillierteren Informationen unter Vertraulichkeitsvereinbarung.

Muss ich meine Mitarbeiter frühzeitig über den Firmenverkauf informieren?

Mitarbeiter sollten in der Regel nicht zu früh, aber auch nicht zu spät informiert werden. Zu frühe oder unkontrollierte Informationen können Unsicherheit erzeugen. Üblich ist, Mitarbeiter nach Unterzeichnung des Kaufvertrags oder kurz vor Abschluss gemeinsam mit dem Käufer zu informieren – abgestimmt auf Unternehmenskultur, Betriebsrat und Situation. In Schlüsselpositionen kann es sinnvoll sein, einzelne Personen früher einzubeziehen, wenn sie für den Erfolg der Transaktion wichtig sind.

Was kostet die Begleitung durch einen M&A-Berater?

Die Kosten hängen von Unternehmensgröße, Komplexität des Verkaufsprozesses und vereinbartem Vergütungsmodell ab. Häufig wird eine Kombination aus Fixhonorar / monatlichem Retainer und einer erfolgsabhängigen Komponente („Success Fee“) auf den erzielten Kaufpreis vereinbart. Wichtig ist, dass die Vergütung transparent, nachvollziehbar und mit Ihren Zielen im Einklang ist. Entscheidend ist nicht der billigste Preis, sondern der Mehrwert, den der Berater für Sie im Prozess stiftet – insbesondere bei Kaufpreis, Strukturierung und Sicherheit des Abschlusses.

Branchenspezifische Unterstützung beim Firmenverkauf

Neben allgemeinen Fragen zum Firmenverkauf spielen branchenspezifische Besonderheiten eine große Rolle: Käuferstrukturen, Regulierung, Geschäftsmodelle und Bewertungslogiken unterscheiden sich je nach Branche deutlich. Deshalb begleiten wir Unternehmer nicht nur allgemein, sondern mit klaren Schwerpunkten in ausgewählten Bereichen.

Wenn Sie in einer dieser Branchen unterwegs sind, finden Sie hier vertiefende Informationen und Beispiele aus der Praxis:

  • IT- und Softwareunternehmen: Wie sich wiederkehrende Umsätze, Lizenzen und technologische Roadmaps auf den Kaufpreis auswirken, zeigen wir auf der Seite „IT-Firma verkaufen“ .
  • Pflegedienste und Pflegeunternehmen: Worauf es beim Verkauf eines ambulanten Pflegedienstes ankommt – von Zulassungen bis zur Sicherung der Versorgung – erfahren Sie unter „Pflegedienst verkaufen“.
  • Spedition, Transport & Logistik: Besonderheiten bei Speditionsfirmen, etwa Fuhrpark, Tourenstrukturen und Fahrerbindung, beleuchten wir auf der Seite „Speditionsfirma verkaufen“.
  • E‑Commerce & Onlinehandel: Wenn Sie einen Online-Shop oder ein E‑Commerce-Unternehmen veräußern möchten, finden Sie spezifische Hinweise zu Kennzahlen, Plattformen und Käufern auf unserer Seite „Onlineshop verkaufen“.

Ihre Branche ist hier nicht ausdrücklich genannt? Auf unserer Seite Branchenlösungen-Firmenverkauf und auf „Firmenverkauf“ erhalten Sie einen Überblick, in welchen Märkten wir regelmäßig Transaktionen begleiten – und wie wir prüfen, ob wir auch in Ihrer Branche passende Käufer identifizieren können.

Persönliche Begleitung beim Verkauf Ihrer Firma

Entdecken Sie in unserem Wissen‑ und Ratgeberbereich zum Firmenverkauf die wichtigsten Schritte, praktische Tipps und klare Empfehlungen, um Ihren Unternehmensverkauf sicher und professionell vorzubereiten. Der Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es wirklich ankommt – kompakt, verständlich und direkt umsetzbar.

Der Verkauf der eigenen Firma ist mehr als eine rein wirtschaftliche Entscheidung – häufig geht es um das Lebenswerk vieler Jahre. Neben Zahlen und Verträgen braucht es einen Partner, der den Prozess strukturiert, die passenden Käufer identifiziert und Ihre Interessen konsequent vertritt.

Wenn Sie nach der Lektüre dieses Leitfadens den nächsten Schritt gehen möchten, begleiten wir Sie mit einem klaren Prozess vom ersten Strategiegespräch bis zum erfolgreichen Abschluss. Auf unserer Seite „Firma verkaufen – Schnellbewertung & Beratung“ erfahren Sie, wie wir Bewertung, Käufersuche und Verhandlungsführung für mittelständische Unternehmer organisieren.

Für Unternehmer, die ihren Unternehmensverkauf umfassend planen möchten, bieten wir zusätzlich eine strukturierte „Beratung zum Unternehmensverkauf“ an – inklusive individueller Strategie, Vorbereitung der Unterlagen und Begleitung in Verhandlungen.

Wenn Sie Ihre Situation persönlich besprechen wollen, können Sie jederzeit Kontakt CGS Experten Team zu uns aufnehmen. In einem vertraulichen Gespräch klären wir, wo Sie aktuell stehen, welche Optionen realistisch sind und wie ein sinnvoller Fahrplan für Ihren Firmenverkauf aussehen kann.